Das MDH Gesundheitszentrums und die smart fellows Clinic werden mit Solarstrom betrieben. Dazu war der Bau eines Solarhauses notwendig, in dem die "charge controller", Sinusinverter, Batterien etc. untergebracht sind. Der Anbau des Solarhauses an das MDH Gesundheitszentrums und die smart fellows Clinic war aufgrund technischer Erfordernisse nötig. Die Solarbatterien müssen in einem gut ventilierten Raum aufgestellt sein, um eine Explosion der bei normalem Betrieb austretenden Gase zu vermeiden. Die Solarpanele sind auf drei beweglichen Stahlgerüsten montiert, deren Neigungswinkel zur Sonne durch ein "eTracking System" kontinuierlich und automatisch auf 90 Grad ausgerichtet wird.
Aufgrund einer wichtigen technischen Weiterentwicklung in der Solartechnik erschien auch die Aufrüstung des Systems vor Installation sinnvoll: Bisher gingen bei der Umwandlung von Gleichstrom, der aus den Solarzellen kommt, auf Wechselstrom, der von den meisten handelsüblichen Geräten benötigt wird, etwa 50% der erzeugten Energie verloren. Daher basierte das ursprüngliche Konzept der Solaranlage auf einem Gleichstromsystem. Eine von der NASA neu entwickelte Technologie verringert den Stromverlust bei der Umwandlung von Gleichstrom auf Wechselstrom jedoch auf lediglich 2%. Dadurch erschien es wesentlich sinnvoller, ein 230 Volt Wechselstromsystem zu installieren. Die initialen Kosten erhöhten sich damit, jedoch können mit diesem System elektrische Arbeiten an den peripheren Leitungen von normalen Elektrikern bewältigt werden, anstatt von Spezialelektrikern, die aus Nairobi kommen müssten. Außerdem können dadurch handelsübliche, günstigere Elektrogeräte verwendet werden. 12V Gleichstromgeräte sind in Kenia nicht erhältlich, das heißt, jedes einzelne Gerät müsste jeweils aus Deutschland eingeführt werden. Bei Reparaturen wären dann weitere Probleme zu erwarten. Das installierte System mit dem Namen Outback hat nun eine maximale Kapazität von 6 Kilowatt und ist in der Lage, einen Dauerbetrieb mit 4 Kilowatt aufrecht zu halten. Im Gegensatz zu anderen im Handel befindlichen Systemen ist das Outbacksystem aufrüstbar. Während andere Systeme bei einer Aufrüstung komplett ausgetauscht werden müssen, können beim Outbacksystem, einfach weitere Inverter hinzugefügt werden, das heißt die maximale Kapazität kann in 3 Kilowatt Schritten, je nach Bedarf, nachgerüstet werden, z.B. von 6kW auf 9kW oder 12kW. Nach erfolgreicher Installation der Solaranlage konnte ein Elektriker aus Malindi die elektrische Installationen im MDH Gesundheitszentrum, der smart fellows Clinic und den drei Häusern für Mitarbeiter durchführen. Die elektrischen Leitungen wurden Teils über und teils unter Putz verlegt, je nach dem wie viele Renovierungsarbeiten in den entsprechenden Räumen ohnehin durchgeführt werden mussten. Das gleiche trifft auf Lichtschalter und Steckdosen zu. Sämtliche Räume des MDH Gesundheitszentrums und der smart fellows Clinic sind mit zwei Deckenlampen ausgerüstet, die getrennt eingeschaltet werden können um bei Routinebetrieb Energie zu sparen, bei Bedarf kann jedoch eine weitere Lampe eingeschaltet werden. Lediglich das Behandlungszimmer der smart fellows Clinic hat drei Deckenlampen. Die Lampenschirme und durchgängig verwendete Energiesparlampen, wurden aus Deutschland geschickt. Dies war notwendig, weil Tests ergaben, dass in Kenia hergestellte Energiesparlampen paradoxerweise mehr Energie verbrauchen, als gewöhnliche Glühlampen. Entsprechend des ursprünglichen Konzeptes haben wir separat vom 230 Volt Wechselstromsystem ein kleines 12 Volt Gleichstromsystem beibehalten, das über sechs Solarpanele gespeist wird. Dieses System versorgt zwei Kühlschränke und eine Kühltruhe mit jeweils 233 Litern Volumen. Ein Kühlschrank befindet sich in der geplanten Apotheke und wird bereits für die Aufbewahrung von Medikamenten verwendet. Der zweite Kühlschrank und die Tiefkühltruhe sind in den zwei Räumen des geplanten Labors installiert.



